Hallo zusammen,
ich möchte mal etwas loswerden, was mich derzeit bzgl. des Hypnose-Marktes beschäftigt.
In letzter Zeit nehme ich wahr, dass...
- es plötzlich alle möglichen Hypnoseausbildungen -insbesondere Schnellkurse- in Deutschland gibt, die bei mir eher den Anschein einer "schnellen Marktnutzung", denn einer guten Qualität darstellen,
- "Kollegen" ausbilden, die teils gerade selbst aus eigenen Ausbildungen herauskommen. Ist ja schön, wenn eine Lehrtätigkeit Spaß macht, aber ein bisschen mehr Hintergrundwissen und Praxis ist schon sinnvoll.
- "Streitereien" zwischen verschiedenen Ausbildungs-Instituten ausbrechen und
- Streitereien darüber ausbrechen, wer nun eigentlich bei wem was gelernt hat...
Nun, ich finde diese Entwicklung äußerst schade. Über die Historie anderer Menschen kann -und will- ich mich nicht auslassen, aber ich möchte an dieser Stelle ein paar Takte zu meiner eigenen Ausbildung machen:
Ich habe vor 16 Jahren autodidaktisch -rein interessehalber- mit der Hypnose begonnen, weil mich die Arbeit meines ehemaligen Chef-Anästhesisten (im Rahmen meiner Rettungsdienst-Ausbildung) beeindruckt hatte. Der hat Schmerztherapie gemacht und ich bin so an die Hypnose gekommen. Danach folgten diverse Fortbildungen im In- und (Ausbildungen waren zu der Zeit für Nicht-Ärzte/Psychologen gar nicht möglich!).
Ein wichtiger Punkt in meiner Ausbildung war -neben etlichen Fachausbildungen- ein Wochenende bei dem Show-Hypnotiseur Alexander Cain® (Wolfgang Künzel): Fachlich fundierte, direktive Hypnose... Tieftrancen - einfach und sehr effizient. Außerdem konnte ich mir selbst ein -positives- Bild von der Showhypnose machen, die bei Medizinern ja oft verteufelt wird. In den USA führen übrigens recht viele Therapeuten die Shows durch, um Hypnose "unters Volk" zu bringen.
Wolfgang war übrigens damals der "Auslöser" für mich, richtig (also hauptberuflich) mit Hypnose zu starten. Damals sagte er mir so etwas wie "Mach doch einfach mal...". Für mich fiel damit eine Barriere, die viele Menschen kennen: Ausbildung nach Ausbildung... und immer "noch nicht ganz fertig"... ich kam endlich ins Tun, konnte die "innere Handbremse" lösen - und bis heute konnte ich das ganz gut voranbringen. Dafür bin ich sehr dankbar - und freue mich täglich über meinen Beruf, in dem ich ähnliches bei meinen Klienten bewirken kann.
Aber ich habe auch diverse andere Ausbildungen in den Jahren gemacht: NLP, wingwave®, EFT, Psycho-Kinesiologie... ach... viele, viele Dinge halt, die mir heute bei meiner Arbeit den fachlichen Rückhalt geben.
Ich war immer neugierig, skeptisch und hatte Spaß am Lernen...
Mein Fazit aus meinen Erfahrungen:
- Ich halte nichts davon, wenn man nach 2 Tagen Seminar eine Praxis aufmacht - dazu gehört doch ein wenig mehr "Know-How" - fachlich und persönlich.
- Ich halte nichts davon, jemandem an einem Tag irgendwelche Schnellinduktionen beizubringen, ohne dass er weiß, was "drumherum" wichtig ist. Dafür ist die Hypnose zu vielschichtig in den Auswirkungen.
- Ich halte nichts davon, anderen Kollegen Vorhaltungen über deren Arbeit zu machen. Und zwar ganz egal, ob sie therapeutisch tätig sind oder Coaching oder Showhypnose anbieten. Ich kenne im Markt sehr viele Kollegen, finde nicht immer alles gut, was sie wie machen. Aber es ist auch nicht "mein Ding". Aber ich sage meine Meinung.
- Ich mache heute einfach meine Arbeit so, wie ich sie für richtig halte. Und ich bin froh und dankbar, in den letzten Jahren so viele nette, wertschätzende, freundliche und lehrreiche Menschen kennen zu lernen - Klienten, wie auch Kollegen.
In diesem Sinne wünsche ich allen -Seminar´lern und Kollegen- alles erdenklich Gute und stets das nötige "Gewissen" für die verantwortungsvolle Arbeit....
Jan